Nord-Andamanen-Liveaboard: Similan-Inseln & Richelieu Rock
Von Blaise Jaeger · Aktualisiert am 14. Juli 2026
Ein Erfahrungsbericht einer Nord-Andamanen-Liveaboard-Tauchsafari zu den Similan-Inseln, Koh Bon, Koh Tachai und Richelieu Rock — weithin als das beste Tauchen Thailands geltend. Im März 2026 nahm ich an Bord der Mandarin Queen 9 an einer Nord-Andamanen-Liveaboard-Tauchexpedition in Thailand teil, die von Phuket aus zu den legendärsten Plätzen des Landes in der Andamanensee aufbrach. Diese Region — mit den Similan-Inseln, Koh Bon, Koh Tachai, den Surin-Inseln und Richelieu Rock — gilt weithin als das beste Tauchgebiet Thailands und als eines der besten Liveaboard-Ziele Südostasiens.
Schon über Wasser ist die Kulisse spektakulär: puderweiße Strände, riesige, von der Zeit geformte Granitblöcke und Wasser in surrealen Türkis- und Tiefblautönen. Doch erst unter Wasser zeigt das Nord-Andamanen-Tauchen sein wahres Gesicht — mit gewaltigen Fischschwärmen, unberührten Korallenriffen, häufigen Begegnungen mit Großfischen und außergewöhnlichem Makroleben.
Unsere Route folgte der klassischen Similan-Inseln-Liveaboard-Route und zog allmählich nach Norden durch immer entlegenere Plätze, bevor sie ihren Höhepunkt an Richelieu Rock fand — oft zu den besten Tauchplätzen nicht nur Thailands, sondern der Welt gezählt.
📍 Überblick über die Nord-Andamanen-Liveaboard-Route
Ein Nord-Andamanen-Liveaboard ist der ultimative Weg, um Thailands entlegenste und spektakulärste Tauchplätze zu erkunden, weit außerhalb der Reichweite von Tagesbooten. Diese Kreuzfahrten verbinden Unterwasserlandschaften von Weltrang mit dem Komfort, an Bord eines voll ausgestatteten Tauchschiffs zu leben.
Typische Dauer
Die meisten Routen dauern 4 bis 7 Tage und bieten zwischen 12 und 20 Tauchgänge, darunter frühmorgendliche, abendliche und manchmal Nachttauchgänge. Längere Törns lassen mehr Zeit an Flaggschiff-Plätzen wie Richelieu Rock.
Abfahrtsort
Liveaboards starten meist vom Thap-Lamu-Pier nördlich von Phuket. Transfers von Hotels in Phuket oder vom Flughafen organisiert der Veranstalter in der Regel am Einschiffungstag.
Abgedeckte Tauchplätze
Eine klassische Nord-Andamanen-Route umfasst die Highlights der Region:
- Similan-Inseln — dramatische Granitblöcke, Durchschwimmhöhlen und lebendige Riffe
- Elephant Head Rock & Christmas Point — ikonische Topografie und Fischschwärme
- Koh Bon — Manta-Putzerstation und Revier der Großfische
- Koh Tachai Pinnacle — starke Strömungen und dichte Fischansammlungen
- Surin-Inseln & Richelieu Rock — Thailands artenreichster Platz und ein Walhai-Hotspot
Erfahrungsniveau
Die meisten Tauchgänge eignen sich für fortgeschrittene bis erfahrene Taucher. Ein Advanced-Open-Water-Brevet und Erfahrung mit Strömungen werden empfohlen, besonders an exponierten Pinnacles und bei tieferen Profilen.
Beste Reisezeit
Die Nord-Andamanen-Tauchsaison läuft von November bis April, wenn die See ruhig und die Sicht meist ausgezeichnet ist. Die besten Bedingungen herrschen üblicherweise zwischen Januar und März, mit den höchsten Chancen auf Manta- und Walhai-Begegnungen.
Diese Kombination aus abgelegenen Plätzen, vielfältigem Meeresleben und dramatischen Unterwasserlandschaften macht das Nord-Andamanen-Liveaboard zu einem der besten Taucherlebnisse Thailands.

Tag 1 — Abfahrt von Phuket
Das Abenteuer begann am späten Nachmittag mit einem Transfer von Phuket zum Thap-Lamu-Pier. An Bord der Mandarin Queen 9 zu gehen fühlte sich an wie das Betreten eines schwimmenden Tauchresorts — geräumiges Tauchdeck, komfortable Kabinen, Sonnendeck und eine professionelle Crew.
Nach der Kabinenzuteilung deckte ein ausführliches Briefing Sicherheitsverfahren, Tauchprotokolle und die bevorstehende Route ab. Das Abendessen wurde serviert, während das Boot leise in die Andamanennacht aufbrach und Kurs auf die Similan-Inseln nahm.
Zum sanften Wiegen der See einzuschlafen, im Wissen, dass im Morgengrauen Weltklasse-Tauchen wartet, ist eine der einzigartigen Freuden des Liveaboard-Reisens.

Tag 2 — Similan-Inseln: Granitlandschaften
Der erste volle Tag brachte vier Tauchgänge an den Similan-Inseln, jeder mit einem anderen Unterwassergelände.
- Three Trees bot sanfte Bedingungen, Korallenblöcke und reiches Riffleben — ein perfekter Aufwärmtauchgang.
- Nam Chai ist eine Mischung aus Sandflächen und verstreuten Riffen, ideal, um seltenes Makroleben zu entdecken. Wir hatten das Glück, zwei Prächtige Geisterpfeifenfische zu treffen — ein unvergessliches Highlight so früh auf der Reise.
- Christmas Point bestach durch dramatische Durchschwimmhöhlen und felsige Vorsprünge voller Fische. An einer Stelle, etwa 20 Meter tief, führt die Route unter einer im Granit eingeschlossenen Luftblase hindurch.
- North Point zeigte abfallende Riffe und verstreute Granitformationen.
Tag 3 — Elephant Head Rock, Koh Bon und Tachai Pinnacle
Tag drei zog nach Norden zu immer entlegeneren und spektakuläreren Plätzen.
Elephant Head Rock ist einer der ikonischsten Tauchgänge der Similans — riesige, unter Wasser aufeinandergetürmte Felsblöcke bilden Tunnel, Bögen und Durchschwimmhöhlen. Die Sicht war ausgezeichnet, und große Stachelmakrelen zogen durchs Blau.
An Koh Bon erkundeten wir eine berühmte Manta-Putzerstation. Es gab keinen Manta, doch die Topografie des Platzes — ein ins tiefe Blau abfallender Grat — schreit förmlich „Großfischrevier“. An einer Stelle passierten wir sogar eine explosive „Sploosh“, eine kraftvolle, von der Oberfläche herabstürzende Schwallwelle — eine dramatische Erinnerung an die rohe Energie der Andamanensee 😱🤿
Dann folgten zwei Tauchgänge am Tachai Pinnacle, einem aus der Tiefe aufragenden Seeberg. Dieser Platz lieferte genau das, wofür er bekannt ist: dichte Fischschwärme, darunter Barrakudas und Stachelmakrelen, die in starken Strömungen wirbeln. Es fühlte sich an, als tauche man in einem lebenden Fischtornado.

Tag 4 — Richelieu Rock: das Kronjuwel
Tag vier war ganz Richelieu Rock gewidmet, dem unbestrittenen Höhepunkt des Nord-Andamanen-Tauchens.
Dieser hufeisenförmige Pinnacle ragt aus tiefem Wasser auf und explodiert vor Leben. Weichkorallen in Violett-, Rosa- und Rottönen bedecken den Fels, während gewaltige Fischschwärme das Riff wie ziehende Wolken verhüllen.
Über vier Tauchgänge hinweg — darunter ein Sonnenuntergangstauchgang — erlebten wir:
- Riesige Köderfischbälle, gejagt von Stachelmakrelen
- Dichte Schwärme von Füsilieren und Schnappern
- Filigranes Makroleben, verborgen zwischen den Korallen
Richelieu Rock ist auch für Walhaie berühmt. Auch wenn Begegnungen nie garantiert sind, trägt jeder Moment unter Wasser diese elektrisierende Erwartung in sich: Er könnte jede Sekunde auftauchen (tat er aber nicht …).
Selbst ohne ihn ist die Artenvielfalt hier überwältigend. Es ist die Art Platz, an dem man nicht weiß, wohin man schauen soll — Weitwinkel-Action überall und dennoch Makro-Schätze bei jedem Blick.

Tag 5 — Letzte Tauchgänge und Rückkehr
Der letzte Tag umfasste drei abschließende Tauchgänge auf dem Rückweg nach Süden:
- Eine zweite Erkundung des Tachai Pinnacle.
- Zwei weitere Tauchgänge an Koh Bon, darunter einer an einem kleineren Pinnacle abseits des Hauptriffs.
Nach dem Auftauchen vom letzten Tauchgang gegen 15 Uhr begann die Rückfahrt zum Pier. Die Ausrüstung wurde gespült, die Logbücher ausgefüllt, Fotos ausgetauscht — und jene vertraute Liveaboard-Melancholie setzte ein: das Gefühl, dass etwas Besonderes zu Ende geht.
Highlights des Meereslebens im Nord-Andaman
Diese Route zeigt das Beste der Unterwasser-Artenvielfalt Thailands:
- Lebendige Hart- und Weichkorallenriffe
- Riffhaie und Schildkröten
- Große Stachelmakrelen und Barrakuda-Schwärme
- Manta-Revier an Koh Bon
- Außergewöhnliches Makroleben an Richelieu Rock
- Möglichkeit von Walhai-Begegnungen
Die Wasserklarheit war generell ausgezeichnet, und die Riffgesundheit wirkte an den meisten Plätzen kräftig.

Das Leben an Bord der Mandarin Queen 9
Die Mandarin Queen 9 funktionierte als komfortable und effiziente Tauchplattform. Die Tage folgten einem Rhythmus, der Liveaboard-Tauchern vertraut ist:
Aufwachen — Tauchen — Essen — Ausruhen — Tauchen — Essen — Tauchen — Essen — Schlafen
Die Mahlzeiten waren reichlich und abwechslungsreich, zwischen den Tauchgängen gab es Snacks, und die Crew handhabte die Ausrüstung mit beeindruckender Effizienz. Zwischen den Tauchgängen bot das Sonnendeck den perfekten Ort zum Entspannen, für Sonnenuntergänge oder einfach zum Blick in den endlosen Andaman-Horizont.
🌊 Bedingungen und Schwierigkeitsgrad
Das Tauchen in der Nord-Andamanensee ist lohnend, kann aber anspruchsvoll sein, besonders an exponierten Pinnacles im offenen Wasser. Die Bedingungen variieren stark — von geschützten Rifftauchgängen bis zu energiegeladenen Plätzen im offenen Meer.
Strömungen
Die Strömungen reichen von mild bis stark, je nach Platz, Gezeiten und Mondphase. Geschützte Bereiche der Similan-Inseln können entspannte Bedingungen bieten, während Plätze wie Koh Bon und Tachai Pinnacle kräftige Strömungen erleben können, die große Großfische anziehen. Strömungstaucherfahrung und gute Tarierung sind sehr hilfreich.
Tiefenbereiche
Die meisten Tauchgänge finden zwischen 10 und 30 Metern (33–100 ft) statt. Flache Riffdächer beginnen oft bei etwa 5–10 Metern, während tiefere Hänge und Pinnacles über die Grenzen des Sporttauchens hinausreichen. Viele Highlights — darunter Fischschwärme und Manta-Putzerstationen — liegen typischerweise im Bereich von 18–25 Metern.
Nitrox-Verfügbarkeit
Nitrox (angereicherte Luft) ist auf Liveaboards weit verbreitet und wird dringend empfohlen. Es ermöglicht längere Grundzeiten und geringere Stickstoffsättigung, was besonders an Tagen mit mehreren tiefen Wiederholungstauchgängen nützlich ist.
Mögliche Thermokline
Obwohl die Wassertemperaturen generell warm sind (27–30 °C / 81–86 °F), können plötzliche Thermoklinen auftreten, besonders an tieferen Plätzen und rund um Auftriebe, die nährstoffreiches Wasser bringen. Die Temperatur kann kurzzeitig um mehrere Grad fallen, weshalb selbst unter tropischen Bedingungen ein voller Nassanzug ratsam ist.
Insgesamt eignet sich das Nord-Andamanen-Tauchen am besten für sichere Taucher, die mit wechselnden Bedingungen zurechtkommen — doch der Lohn (spektakuläre Topografie, dichtes Meeresleben und mögliche Großtierbegegnungen) ist außergewöhnlich.

Wichtige Flugsicherheitsregel
Der letzte Tauchgang endete am letzten Tag gegen 15:00 Uhr. Tauchern wird dringend geraten, mindestens 18–24 Stunden vor dem Fliegen zu warten, um das Risiko einer Dekompressionskrankheit zu minimieren.
Dies ist eine Standardempfehlung für mehrtägige Tauchreisen und sollte bei der Reiseplanung immer berücksichtigt werden.
Fazit — Paradies über und unter Wasser
Das Nord-Andamanen-Tauchen fühlt sich wirklich wie ein Ort an, an dem „das Paradies auf Erden dem Paradies unter Wasser begegnet“. Nur wenige Ziele verbinden eine derart dramatische Inselkulisse mit Meeresleben von Weltrang und so abwechslungsreicher Tauchtopografie.
Von den Granitkathedralen der Similans bis zum fischgefüllten Pinnacle von Richelieu Rock lieferte diese Kreuzfahrt einen unvergesslichen Tauchgang nach dem anderen.
Für alle, die das beste Tauchen Thailands suchen — und eines der besten Liveaboard-Erlebnisse Südostasiens —, sollte der Nord-Andaman ganz oben auf der Liste stehen.

🇹🇭 Tauchen in Thailand — tropische Riffe & Großfische
Von lebendigen Korallengärten bis zu dramatischen Pinnacles im offenen Meer bietet Thailand einige der vielfältigsten Tauchgebiete Südostasiens.

🏝️ Phuket — Tor zu Thailands bestem Tauchen
Die meisten Tauchtrips in die Andamanensee starten von Phuket, was es zur idealen Basis für Liveaboards, Tagesausflüge und die Reiseplanung macht.
Häufige Fragen — Nord-Andamanen-Liveaboard-Tauchen
Wo liegt die Nord-Andamanen-Tauchregion?
Der Nord-Andaman bezeichnet die vorgelagerten Tauchgebiete nordwestlich von Phuket, darunter die Similan-Inseln, Koh Bon, Koh Tachai und die Surin-Inseln (Richelieu Rock).
Was macht das Nord-Andamanen-Tauchen besonders?
Diese Region bietet dramatische Granitformationen, außergewöhnliche Sicht, starke Strömungen und häufige Begegnungen mit großen Großfischarten wie Mantarochen und Walhaien.
Muss man ein erfahrener Taucher sein?
Aufgrund von Strömungen und Tiefe eignen sich die meisten Plätze für fortgeschrittene bis erfahrene Taucher. Ein Advanced-Open-Water-Brevet wird üblicherweise empfohlen, ebenso Erfahrung mit Strömungstauchen.
Welches Meeresleben kann man sehen?
Häufige Sichtungen sind Riffhaie, Barrakudas, Große Stachelmakrelen, Schildkröten, Oktopusse und Geisterpfeifenfische — und gelegentlich Mantarochen und Walhaie, besonders an Koh Bon und Richelieu Rock.
Wann ist die beste Zeit für den Nord-Andaman?
Die Saison läuft typischerweise von November bis April, mit den besten Bedingungen von Januar bis März. Der Meerespark ist etwa von Mai bis Oktober geschlossen.
Warum ein Liveaboard statt Tagesausflügen?
Liveaboards erreichen abgelegene, vom Festland aus unzugängliche Plätze, bieten mehr Tauchgänge pro Tag und ermöglichen Früh- und Nachttauchgänge, wenn das Meeresleben am aktivsten ist.
Ist Richelieu Rock in Nord-Andaman-Törns enthalten?
Ja, die meisten Nord-Andaman-Routen umfassen Richelieu Rock — weithin als einer der besten Tauchplätze Thailands und als Walhai-Hotspot geltend.
